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Alois Kappeler (64) verkauft seit zehn Jahren das Strassenmagazin «Surprise»: «Jeder Tag steckt voller Überraschungen»

CHUR - Alois Kappeler (64) ist einer der 379 «Surprise»-Verkäufer. Die Arbeit bedeutet für ihn vor allem eins: Unabhängigkeit. Mehr als sein halbes Leben lang hat er auf Bauernhöfen als Knecht schuften müssen und das meist ohne Lohn.

Sein Arbeitsplatz ist die Strasse. «Der Montag ist der schlimmste Tag», sagt Alois Kappeler (64) aus Landquart GR. «Da verkaufe ich manchmal nur fünf Heftli! Ganz anders ist es an einem Samstag, da sind es auch schon mal 150 Stück.» 

Der «Surprise»-Verkäufer stellt sich um die Mittagszeit in die Churer Innenstadt. Zehn Jahre ist er schon dabei. Er ist ein routinierter Profi: Ein paar Hefte hält er sich vor die Brust wie ein wertvolles Gemälde zum Versteigern. Und es wirkt: Schon sind die ersten Käufer da. Alois ist mit allen per Du, auch beim Stadtpräsidenten macht er keine Ausnahme. «Es ist ein ‹Du› mit Anstand, ohne grobe Worte», betont er. 

Sechs Tage pro Woche ist der 64-Jährige draussen. Die Arbeit bedeutet für den stets sorgfältig gekleideten Mann vor allem eins: Unabhängigkeit. Mehr als sein halbes Leben lang hat er auf Bauernhöfen als Knecht schuften müssen und das meist ohne Lohn.

Als er mit seiner grünen Umhängetasche den Standort zwischen Coop, Innenstadt und Manor wechselt, bleibt er oft stehen für einen Schwatz: «Wie geht es dir?», fragt er eine elegant gekleidete Dame, sie sagt: «Nicht gut, ich habe Krebs.» Alois Kappeler hört zu.

«Es kam auch schon zu Scharmützeln zwischen Verkäufern»

Doch auf der Strasse geht es auch ruppig zu und her. Wo Platzhirsche regieren, werden gewisse Feindschaften wie Freundschaften gepflegt: «Es kam auch schon zu Scharmützeln zwischen Verkäufern, die sich den Standort streitig machen. Man sollte sich dabei nie vertreiben lassen. Das ist ein Zeichen von Schwäche.» Die «Surprise»-Verkäufer sind vorwiegend männlich, gekauft wird die Zeitung mehrheitlich von Frauen.  

In seinem Leben musste Alois Kappeler oft Stärke zeigen. Geboren ist er in eine jenische Familie. «Zwei Tage nach meiner Geburt hat mich die Stiftung Pro Juventute aus dem Wohnwagen der Eltern weggeholt und in einem Kinderheim platziert.» Seine Mutter habe er nie wieder gesehen.

Stattdessen beginnt für den Jungen eine Odyssee durch Heime und Pflegefamilien. Mit 17 Jahren habe er eine Lehre machen wollen, doch als Mündel musste er auf einem Bauernhof in Hildisrieden LU arbeiten. «Im Haus wollte mich die Familie nicht. Daher schlief ich im Schweinestall und ass aus dem Schweinetrog», erinnert er sich. 

«Mit 46 Jahren traf ich an der Fasnacht meine erste grosse Liebe»

Ein Sturz beim Viehhüten 24 Meter in die Tiefe markiert den Wendepunkt in seinem Leben. Während seines langen Spitalaufenthalts kann er sich mit einem Anwalt aus dem Kreislauf der Bevormundung befreien.  

Mit 46 Jahren endlich frei, verkauft er Seife und flickt Schirme, «ich machte mich mit meiner jenischen Tradition bekannt.» Dann kommt er zu «Surprise». «Das war ein grosser Glücksfall! Jeder Tag steckt voller Überraschungen.»

Auch in der Liebe erfährt Alois Kappeler noch ein spätes Glück: «Mit 46 Jahren traf ich an der Fasnacht meine erste grosse Liebe. Heute habe ich drei Adoptivkinder und acht Enkel», sagt er stolz.

Mit seiner Vergangenheit hat er sich versöhnt: «Ich wurde schlecht behandelt, doch ich musste es wegstecken.» Er blinzelt in die Sonne und denkt schon wieder ans Geschäft: «Für den Verkauf ist es besser, wenn das Wetter kalt ist, dann brauchen die Leute etwas Wärme. Am besten läuft es an Weihnachten!»  

Freitag, 19. Mai 2017/Autor: SuperUser Account/Anzahl Ansichten (0)/Kommentare (0)/
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«Danke liebe BLICK-Leser für die Unterstützung»: Solidaritätswelle für die schwangere Freundin des toten Skaters

Bei einem Frontal-Crash starb José D.* (†23) am vergangenen Samstag in Graubünden auf seinem Skateboard. Um die Leiche zurück nach Ecuador überführen zu können, sammelt seine schwangere Freundin Andrea G.*. Mit der Hilfe von BLICK sind bereits 10'000 Franken zusammengekommen.

Ihr Schicksal bewegt die BLICK-Leserschaft. Seit ihr Freund José D.* (†23) am Samstag in Urmein GR bei einem Frontal-Crash auf seinem Skateboard getötet wurde, ist seine Freundin Andrea G. plötzlich ganz alleine. Denn die Freundin des Ecuadorianers verliert nicht nur ihren Partner. Sie wird auch den gemeinsamen Sohn alleine grossziehen müssen. In wenigen Monaten wird die schwangere Andrea den gemeinsam Sohn zur Welt bringen.

Auch wenn ihr Sohn seinen Vater nie kennenlernen wird, so hat Andrea jetzt vor allem einen Wunsch: «Wir machen alles Mögliche, damit der Leichnam von José so bald wie möglich nach Hause kommt. Alle hier möchten sich von ihm verabschieden», sagt die trauernde Freundin. Doch die Überführung der Leiche ist teuer. Geld, dass die Familie von José nicht hat.

Via Crowdfunding versuchen Angehörige des verstorbenen Skaters deshalb Geld zu sammeln. BLICK half dabei. Seit der Berichterstattung über das Drama kamen innerhalb von zwei Tagen bereits über 10'000 Franken für die Überführung des Leichnams nach Ecuador zusammen. Andrea ist gerührt: «Ich danke BLICK und seinen Lesern vielmals für die Unterstützung», sagt sie. Sie ist froh um jede Spende.

Spenden, damit die Oma bei der Geburt dabei sein kann

«Die Kosten sind viel höher als gedacht», sagt Andrea zu BLICK. Mit dem Geld soll auch die Reise von Josés Mutter von der Schweiz nach Ecuador finanziert werden, damit sie die junge Freundin ihres Sohnes während der Geburt unterstützen kann.

«Ich muss jetzt stark sein für unser Baby, damit es im Gedanken daran aufwächst, dass sein Vater ein grossartiger Mensch war», schreibt sie. Der Junge werde nach José benannt (BLICK berichtete). (maz)

Spenden kann man weiterhin auf www.gofundme.com/ayuda-a-gianella-montano

* Namen der Redaktion bekannt

 

Donnerstag, 18. Mai 2017/Autor: SuperUser Account/Anzahl Ansichten (0)/Kommentare (0)/
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Zwei Schwerverletzte: Frontalcrash in Schiers GR

SCHIERS GR - In Schiers GR sind am Dienstagnachmittag zwei Autos seitlich-frontal kollidiert. Zwei Personen wurden dabei schwer und eine leicht verletzt.

Ein 26-jähriger Lieferwagenlenker fuhr am Dienstagnachmittag kurz nach 16.30 Uhr auf der Prättigauerstrasse A28 von Jenaz in Richtung Schiers. Beim Fuchsenwinkel kam es zu einer heftigen, seitlichen Frontalkollision mit einem in Richtung Jenaz fahrenden Autotransporter.

Dessen 68-jähriger Lenker sowie der Lenker des Lieferwagens wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Beide mussten durch die Feuerwehr aus ihren Fahrzeugen befreit werden.

Die beiden Schwerverletzten wurden mit der Rega in die Kantonsspitäler Chur und St. Gallen geflogen. Der leicht verletzte Beifahrer des Lieferwagens konnte ambulant versorgt worden. (nbb)

Mittwoch, 17. Mai 2017/Autor: SuperUser Account/Anzahl Ansichten (0)/Kommentare (0)/
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Schwere Verletzungen: Mann stürzt beim Rasentrimmen ab

CUNTER GR - Am Montagnachmittag ist in Cunter GR ein Mann (74) von einem Garagendach gestürzt. Er zog sich schwere Kopf- und Brustverletzungen zu.

Der 74-jährige Mann war am Montagnachmittag um 14.30 Uhr mit einem Rasentrimmer beschäftigt. Er wollte den Grünstreifen zwischen Zaun und Garagendachkante bei sich zu Hause in Cunter GR mähen.

Wie die Kantonspolizei Graubünden schreibt, geriert der 74-Jährige dabei über die Brüstung und fiel aus drei Metern Höhe auf den asphaltierten Garagenvorplatz.

Anschliessend blieb er bewusstlos am Boden liegen. Er hatte sich beim Sturz schwere Kopfverletzungen sowie Verletzungen am Oberkörper zugezogen. Die Rettungskräfte brachten den Mann ins Spital. (stj)

Dienstag, 16. Mai 2017/Autor: SuperUser Account/Anzahl Ansichten (0)/Kommentare (0)/
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Einheimische über das Downhill-Drama in Urmein GR: «Es war nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert»

HEINZENBERG GR - Downhill-Skater José D. (†23) kam bei einem Frontalcrash mit einem Auto in Urmein GR ums Leben. Nun fordern viele Anwohner ein Skate-Verbot auf der Abfahrt am Heinzenberg.

Aus der ganzen Welt pilgern Downhill-Skater an den Heinzenberg bei Thusis GR. Die Strecke vom Glaspass (1846 m ü.M.) hinunter über Tschappina, Urmein bis nach Masein (865 m ü.M.) wird im Netz seit Jahren angepriesen – als «schöne Abfahrt mit langen Speed-Teilen und engen Kurven». Am Samstag kam es dann zum schrecklichen Drama. José D.* (†23) prallte auf seinem Skateboard frontal in ein bergauf fahrendes Auto (BLICK berichtete).

Der junge Mann verstarb noch auf der Unglücksstelle. Vermutlich trägt er allein die Schuld. Die Lenkerin war korrekt auf ihrer Spur. Staatsanwalt Franco Passini sagt: «Der Verstorbene fuhr über die Strassenmitte hinaus. Der genaue Hergang wird untersucht.»

Kollegen können sich Unfall nicht erklären

Wieso José D. auf die andere Seite kam, ist für die anderen in der Gruppe, die mit ihm unterwegs waren, ein Rätsel. «Ich fuhr vorne und passierte das Auto ohne Probleme. Auch zwei Fahrer nach mir blieben auf ihrer Seite und kreuzten das Auto. Erst José fuhr auf die andere Seite und in das Auto», sagt der Zeuge zu BLICK.

José D. habe vor einiger Zeit mit ihm Kontakt aufgenommen und kam dann in die Schweiz. «Wir fuhren zuerst mit ihm, um zu sehen, wie gut er fahren kann. Unser Eindruck war, dass er weiss, was er tut und das Brett unter Kontrolle hat.» Sicherheit stehe beim Downhill-Skaten an erster Stelle. Wenn man es richtig mache, sei es auch keine Risikosportart, sagt der Skater zu BLICK.

«Auf öffentlichen Strassen haben Skater nichts verloren»

Das sehen einige Einheimische allerdings anders. Für viele sind die Downhill-Skater schon länger ein Ärgernis. «Es war nur eine Frage der Zeit, bis etwas passierte», sagt ein Anwohner aus Tschappina GR zu BLICK. Er fährt mehrmals am Tag mit seinem Transporter aus der Einfahrt in die Strasse. Immer mit einem mulmigen Gefühl, da die Skater blitzschnell um Kurven schiessen.

«Ich habe die Polizei mehrfach darauf hingewiesen, ohne Erfolg.» Der Einheimische stellt klar: «Ich finde den Sport toll.» Aber: «Auf öffentlichen Strassen haben die Skater nichts verloren.»

Auch Simon Gartmann (56), Gemeindepräsident aus Tschappina, kennt das Problem. «Mehrmals hat mich die Bevölkerung darauf hingewiesen», sagt er. Doch ihm sind die Hände gebunden, da es sich bei der Abfahrt um eine Kantonsstrasse handelt. Gartmann sah die Gruppe am Sonntag: «Sie fuhren den ganzen Nachmittag auf dem Abschnitt Tschappina/Urmein», sagt er und fügt an: «Es ist tragisch.» Er hat vor allem Mitleid mit der Lenkerin: «Sie muss jetzt damit leben, obwohl sie keine Schuld trifft.»

Der Präsident stellt klar: «Von der Gemeinde aus würden wir gesetzliche Einschränkungen auf Kantonsebene begrüssen.» Er hofft, dass nach dem Unfall weniger Skater an den Heinzenberg pilgern.

Laut Gesetz dürfen Downhill-Skater auf Nebenstrassen

Die Polizei kann momentan wenig machen. Der Extrem-Sport birgt zwar Risiken, ist in der Schweiz aber legal: Skateboards gelten laut Verkehrsregeln-Verordnung (VRV) als fahrzeugähnliche Geräte wie Inline-Skates und Trottinetts. Heisst konkret: Waghalsige dürfen laut Gesetz auf einer verkehrsarmen Nebenstrasse ohne Trottoir fahren. So wie dies am Heinzenberg der Fall ist.

*Name der Redaktion bekannt

Dienstag, 16. Mai 2017/Autor: SuperUser Account/Anzahl Ansichten (0)/Kommentare (0)/
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